Starker operativer Cashflow unterstreicht Ergebnisqualität im Geschäftsjahr 2025/26
Ergebniswende erreicht: EBITDA steigt auf EUR 193,9 Mio.
Positiver Free Cashflow und sinkende Nettofinanzverschuldung
Prognose 2026/27: EBITDA von EUR 210-250 Mio. erwartet
Leipzig, 24. September 2026 – Verbio hat im Geschäftsjahr 2025/26 die Ergebniswende erfolgreich vollzogen. Die Geschäftsentwicklung verlief dabei insgesamt positiver als ursprünglich erwartet. Neben der konsequenten Umsetzung operativer Verbesserungen profitierte das Unternehmen von strukturellen Fortschritten im regulatorischen Umfeld und einer steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Kraftstoffen.
Der Konzernumsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025/26 gegenüber dem Vorjahreswert auf EUR 1.872,7 Mio. (2024/25: EUR 1.579,8 Mio.). Neben der Erholung des THG-Quotenmarktes profitierte Verbio von höheren Absatzpreisen über das Produktportfolio hinweg sowie gestiegenen Absatzmengen bei Bioethanol und Biomethan. Gleichzeitig erreichte das Unternehmen neue Produktionsrekorde.
Das EBITDA lag im Geschäftsjahr 2025/26 bei EUR 193,9 Mio. (2024/25: EUR 14,2 Mio.) und damit auf Niveau des vorläufigen Ergebnisses von rund EUR 192,0 Mio. Der Anstieg resultierte vor allem aus der verbesserten Entwicklung im Segment Bioethanol/Biomethan. Wesentliche Treiber waren die Normalisierung des THG-Quotenmarktes, verbesserte Marktspreads[1] im Bioethanolgeschäft und die höhere Auslastung der Anlagen in Nordamerika. Darüber hinaus leistete das Biodieselsegment einen höheren Ergebnisbeitrag. Positiv wirkten sich zudem die Rücknahme der Wertminderungen von THG-Quotenbeständen in Höhe von EUR 19,1 Mio. sowie höhere Beiträge aus Warentermingeschäften aus. Zusätzlich entfielen die im Vorjahr erfassten negativen Sondereffekte.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf EUR 128,2 Mio. (2024/25: EUR -118,2 Mio.). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist neben der verbesserten operativen Entwicklung auch auf die im Geschäftsjahr 2024/25 erfassten Wertminderungen auf Vermögenswerte zurückzuführen. Das Periodenergebnis wird mit EUR 63,9 Mio. (2024/25: EUR -137,9 Mio.) ausgewiesen. Geringere
Zinsaufwendungen infolge der Rückführung von Finanzverbindlichkeiten wirkten sich positiv auf das Finanzergebnis aus. Daraus resultiert ein unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie von EUR 1,00 (2024/25: EUR -2,17/EUR -2,16) und damit die Rückkehr zu einem positiven Ergebnis je Aktie.
Die deutliche Verbesserung des operativen Cashflows auf EUR 164,6 Mio. (2024/25: EUR 13,9 Mio.) spiegelte vor allem die höhere Profitabilität des Konzerns wider. Dem standen Investitionen in Höhe von EUR 86,6 Mio. (2024/25: EUR 133,0 Mio.) gegenüber, die insbesondere den Aufbau des Geschäfts mit biobasierten Spezialchemikalien in Europa sowie die Anlage in South Bend (Indiana, USA) betrafen. Infolgedessen stieg der Free Cashflow auf EUR 78,0 Mio. (2024/25: EUR -119,1 Mio.).
Die starke Cash-Generierung trug zu einer Reduzierung der Nettofinanzverschuldung auf EUR 91,5 Mio. zum Bilanzstichtag bei (30.06.2025: EUR 164,0 Mio.). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich gleichzeitig auf 59,7 % (30.06.2025: 58,2 %) und unterstreicht die weiterhin hohe finanzielle Stabilität von Verbio.
Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Ergebniswende und der deutlich verbesserten Finanzlage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025/26 die Zahlung einer Dividende von EUR 0,20 je Aktie vor.
Starkes Schlussquartal führt zu deutlicher Ergebnissteigerung im Geschäftsjahr 2025/26
Im vierten Quartal erzielte Verbio einen Konzernumsatz von EUR 531,9 Mio. (Q3 2025/26: EUR 447,1 Mio.; Q4 2024/25: EUR 433,4 Mio.). Das EBITDA erreichte EUR 88,2 Mio. (Q3 2025/26: EUR 60,2 Mio.; Q4 2024/25: EUR -8,2 Mio.).
Im Segment Biodiesel erreichte die Produktion in Europa im vierten Quartal 2025/26 erneut ein Rekordniveau und bestätigte die hohe operative Leistungsfähigkeit des Segments. Unterstützt durch höhere Produktionsmengen in Kanada stieg die Gesamtproduktion gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal deutlich an.
Der Umsatz erhöhte sich im vierten Quartal auf EUR 280,4 Mio. von EUR 202,7 Mio. in Q3 2025/26 und EUR 244,4 Mio. in Q4 2024/25. Ausschlaggebend hierfür waren deutlich gestiegene Absatzmengen sowie höhere Biodieselverkaufspreise. Die Absatzmengen profitierten insbesondere von der durch die Umsetzung der RED III gestiegenen Nachfrage nach Biodiesel in Europa. Gleichzeitig konnte Verbio die erhöhte Nachfrage bedienen, während Wettbewerber infolge von Niedrigwasser am Rhein teilweise logistischen Einschränkungen unterlagen. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen unfertiger und fertiger Erzeugnisse ergab sich eine deutlich höhere Bruttomarge gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal. In Europa konnte Verbio das Ergebnis trotz eines gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufigen Marktspreads[1] ausweiten. Wesentliche Treiber waren vorteilhafte Rapsöleinkäufe und höhere THG-Quotenpreise. Darüber hinaus trugen höhere Erlöse aus Nebenprodukten im Vergleich zum Vorjahresquartal zur Margenverbesserung bei. In Nordamerika führten die höhere Anlagenauslastung, gestiegene Absatzmengen und eine verbesserte CO₂-Effizienz ebenfalls zu einer Margenverbesserung.
Entsprechend der Entwicklung der Bruttomarge konnte Verbio das EBITDA im Segment auf EUR 32,8 Mio. steigern, nach EUR 20,8 Mio. im Vorjahresquartal und EUR 18,5 Mio. im Vorquartal.
Im Segment Bioethanol/Biomethan erreichten die Produktionsmengen im vierten Quartal 2025/26 nahezu das Niveau des Vorjahresquartals und lagen über dem Niveau des Vorquartals. Wesentlicher Treiber war die höhere Produktion in Nordamerika. In Europa lag die Produktion infolge der im Vorquartal aufgetretenen biologischen Beeinträchtigung der Fermentationsprozesse weiterhin unter dem Vorjahresniveau, erholte sich jedoch gegenüber dem Vorquartal.
Der Umsatz erhöhte sich auf EUR 243,5 Mio. in Q4 2025/26 nach EUR 236,3 Mio. in Q3 2025/26 und EUR 186,1 Mio. in Q4 2024/25. Im Vorjahresvergleich profitierte das Segment insbesondere von höheren Absatzpreisen für Bioethanol und THG-Quoten sowie einer höheren Auslastung der nordamerikanischen Anlagen. Gegenüber dem Vorquartal wirkten höhere Absatzpreise und -mengen für Bioethanol unterstützend. Die Umsätze aus dem THG-Quotengeschäft in Europa lagen trotz höherer THG-Quotenpreise unter dem Niveau des saisonal starken Vorquartals.
Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen unfertiger und fertiger Erzeugnisse ergab sich eine deutlich höhere Bruttomarge gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal. Ausschlaggebend hierfür waren verbesserte Marktspreads[1] in Europa und Nordamerika sowie die höhere Auslastung der Anlagen in Nordamerika und Indien. Im Vorjahresvergleich profitierte das Ergebnis darüber hinaus von einem positiven Ergebnisbeitrag des THG-Quotengeschäfts. Zusätzlich wirkte sich die Rücknahme der im Vorjahresquartal auf THG-Quotenbestände erfassten Wertminderung positiv auf das Ergebnis aus. Auch ohne diesen Effekt zeigte sich gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal eine operative Ergebnisverbesserung.
Entsprechend der Entwicklung der Bruttomarge verbesserte sich das EBITDA im Segment auf EUR 55,0 Mio. gegenüber EUR -26,3 Mio. im Vorjahresquartal und EUR 34,2 Mio. im Vorquartal.
Im Segment Übrige wurden im vierten Quartal 2025/26 Umsätze aus Transport- und Logistikleistungen in Höhe von EUR 12,2 Mio. erzielt (Q3 2025/26: EUR 12,3 Mio.; Q4 2024/25: EUR 8,0 Mio.). Unter Berücksichtigung der Tradingaktivitäten ergab sich ein EBITDA von EUR 0,3 Mio. (Q3 2025/26: EUR 7,6 Mio.; Q4 2024/25: EUR -2,7 Mio.). Das Ergebnis aus Warentermingeschäften belief sich auf EUR 8,2 Mio.; der überwiegende Anteil war realisiert.
Ausbau der Wertschöpfung konsequent vorangetrieben
Im Geschäftsjahr 2025/26 hat Verbio die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns durch gezielte Effizienzmaßnahmen und strategische Investitionen weiter gestärkt. Neben der Erschließung von Potenzialen zur Verbesserung der CO₂-Effizienz wurden entlang der bestehenden Produktionsprozesse weitere Optimierungsmaßnahmen umgesetzt. Bereinigt um die im laufenden Geschäftsjahr vorgenommenen methodischen Anpassungen bei der Berechnung des CO₂-Handabdrucks (siehe H1 2025/26) stieg der CO₂-Handabdruck der Verbio-Produkte auf 4,7 Mio. Tonnen CO₂ und spiegelt damit die höhere Wertschöpfung sowie die gestiegenen Produktions- und Absatzmengen des Konzerns wider. Parallel dazu befindet sich die Ethenolyseanlage in Bitterfeld in der Inbetriebnahme. Der geplante Produktionsstart in den kommenden Wochen markiert einen wichtigen Schritt zur Diversifizierung der Wertschöpfung und zur Erschließung neuer Absatzmärkte für erneuerbare Produkte.
Prognose 2026/27: Weiteres Wachstum erwartet
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand ein Konzern-EBITDA zwischen EUR 210 Mio. und EUR 250 Mio. und damit ein Ergebnis über dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26. Der erwartete Anstieg des Konzern-EBITDA beruht im Wesentlichen auf dem höheren Ergebnisbeitrag des Segments Bioethanol/Biomethan. Hierzu tragen insbesondere höhere Produktionsmengen in Nordamerika, eine steigende Biomethanproduktion und zusätzliche Ergebnisbeiträge aus dem THG-Quotengeschäft bei.
Die positive Ergebnisentwicklung sowie ein gegenüber dem Vorjahr geringerer Investitionsaufwand sollen zu einer weiteren deutlichen Reduzierung der Nettofinanzverschuldung beitragen. Die Investitionen umfassen unter anderem den weiteren Umbau der Anlage in South Bend, mit dem die bestehende Ethanolproduktion schrittweise um die Erzeugung von Biogas und perspektivisch Biomethan erweitert wird.
Nach mehr als einem Jahrzehnt politischer Zurückhaltung erlebt Biomasse eine Renaissance. Sie wird als Teil der Lösung für Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Klimaschutz wahrgenommen. Davon profitieren die Märkte der Bioökonomie.
„Die Ausgangslage von Verbio ist heute deutlich besser als vor zwölf Monaten. Wir haben unsere Verschuldung reduziert, die Effizienz unserer Anlagen verbessert und von den veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen profitiert. Unser Anspruch bleibt, in unseren Märkten zu den Besten zu gehören. Deshalb werden wir auch weiterhin mit hoher Disziplin arbeiten und unsere Wettbewerbsfähigkeit konsequent weiter stärken“, sagt Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender von Verbio.
Verbio Kennzahlen
| in Mio. EUR | GJ 24/25 | GJ 25/26 | yoy | Q3 25/26 | Q4 25/26 | qoq |
| Produktion |
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| Biodiesel (t)[2] | 619.250 | 626.918 | 1,2% | 145.208 | 172.412 | 18,7% |
| Bioethanol (t) | 582.610 | 590.884 | 1,4% | 124.149 | 159.889 | 28,8% |
| Biomethan (MWh)2 | 1,190,339 | 1.410.312 | 18,5% | 365.932 | 370.194 | 1,2% |
| Umsatz | 1.579,8 | 1.872,7 | 18,5% | 447,1 | 531,9 | 19,0% |
| Segment Biodiesel | 894,2 | 951,0 | 6,4% | 202,7 | 280,4 | 38,3% |
| Segment Bioethanol | 672,1 | 899,0 | 33,8% | 236,3 | 243,5 | 3,0% |
| Segment Übrige | 35,1 | 40,0 | 14,0% | 12,3 | 12,2 | -1,0% |
| EBITDA | 14,2 | 193,9 | 1.262,0% | 60,2 | 88,2 | 46,4% |
| Segment Biodiesel | 89,6 | 98,0 | 9,4% | 18,5 | 32,8 | 77,7% |
| Segment Bioethanol | -77,2 | 85,5 | n.a. | 34,2 | 55,0 | 60,8% |
| Segment Übrige | 1,8 | 10,4 | 475,5% | 7,6 | 0,3 | -95,6% |
| in Mio. EUR | 30.06.2025 | 30.06.2026 | +/- |
| Nettofinanzverschuldung | 164,0 | 91,5 | -44,2% |
| Eigenkapitalquote | 58,2% | 59,7% | 1,5pp |
Ausführliche Informationen über die Geschäftsentwicklung des Geschäftsjahres 2025/26 finden Sie im Geschäftsbericht zum 30. Juni 2026, der am 24. September 2026 ab 08:30 Uhr (MESZ) unter www.verbio.de/finanzberichte abrufbar ist.
[1] Der Marktspread bezeichnet die Differenz zwischen dem Spotpreis des fertigen Biokraftstoffs und den Spotpreisen der hierfür eingesetzten Hauptrohstoffe, ausgedrückt je Tonne Biokraftstoff.
[2] Vorquartalswerte wurden an den aktuellen Datenstand angepasst.
