Leipzig, 27. Februar 2026 – Verbio SE begrüßt die Eckpunkte der Koalition in Berlin für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Das bisherige Heizungsgesetz wird aufgehoben. Damit entfallen die Vorgaben, die die freie Wahl der Technologie beschränkt haben.
Das neue Gesetz ermöglicht hingegen Technologieoffenheit: Neben Wärmepumpe und Fernwärme bleiben damit auch Biomasse sowie Gas- und Ölheizungen zulässig – sofern sie steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. Das Kerninstrument ist die Bio-Treppe: Ab dem 1. Januar 2029 müssen neue Öl- und Gasheizungen mindestens zehn Prozent erneuerbare Brennstoffe einsetzen. Ergänzend startet 2028 eine bilanzierbare Grüngas- und Grünheizölquote für Inverkehrbringer.
Das Gesetz soll vor dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Im Ergebnis fördert dies die erneuerbaren Brennstoffe.
Verbio begrüßt klares Signal für Bioenergie
Die Verbio SE bewertet die Eckpunkte als konstruktives Signal für Bioenergie und erneuerbare Gase.
Vorstandsvorsitzender Claus Sauter erklärt: „Mit Blick auf die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) begrüßen wir das klare Bekenntnis zur Bioenergie. Dadurch entsteht über die Mobilität hinaus im Wärmemarkt ein neues Anwendungsfeld für Biomethan und somit zusätzliches Marktwachstum. Je nach Ausgestaltung des Gesetzes könnte das auch für Biodiesel als Brennstoff gelten.“
Die Bio-Treppe stärkt das Potenzial für Biomethan im Wärmemarkt. Biomethan ist verfügbar, entsteht aus regionalen landwirtschaftlichen Reststoffen und kann über die vorhandene Gasnetz-Infrastruktur einfach und kostengünstig am Verbrauchspunkt bereitgestellt werden.
Kostenvorteil für den Verbraucher: CO₂-Preis entfällt
Für den klimafreundlichen Brennstoffanteil entfällt der CO₂-Preis. Das erleichtert Kalkulationen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit entsprechender Tarife. Somit verbinden Bio-Treppe und Grüngasquote Klimaschutz mit einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Mehr Spielraum als vorgesehen
Die geplante moderate Grüngas- und Grünheizölquote verpflichtet Inverkehrbringer von Erdgas und Heizöl schrittweise zum Einsatz klimafreundlicher Energieträger wie Biomethan, Wasserstoff, Bio-Öl und synthetischer Gase. Die Quote startet 2028 mit bis zu einem Prozent, ist bilanziell erfüllbar, wird auf die Bio-Treppe angerechnet und soll bis 2030 mindestens zwei Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Industrie und Gewerbe sind ausgenommen.
Diese Regelung leitet die schrittweise Integration erneuerbarer Gase in den Wärmemarkt ein. Der technisch und wirtschaftlich mögliche Umfang liegt noch deutlich darüber. Eine ambitioniertere Quote oder die breitere Einbindung weiterer Sektoren würde die Wirkung deutlich erhöhen.
Stefan Schreiber, Vorstand bei Verbio SE und Vorsitzender der Initiative Grüngasquote (GGQ), erklärt: „Die Bundesregierung hat mit dem aktuellen Momentum die Chance, die Grüngasquote dort zu verankern, wo sie ihre volle Wirkung entfalten kann: im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und damit im gesamten Gasmarkt. Das schafft echten Klimaschutz und Planungssicherheit für Wirtschaft und Investoren.“
Bedeutung für Verbio
Das Gebäudemodernisierungsgesetz eröffnet für Verbio zusätzliche Absatzchancen für Biomethan im Wärmesektor. Je nach detaillierter Ausgestaltung könnte auch der Einsatz von Biodiesel als erneuerbarer Brennstoff an Bedeutung gewinnen. Ein klarer Rechtsrahmen erhöht die Planungssicherheit für Investitionen in Bioenergie und grüne Moleküle.
Mit vier großtechnischen Produktionsanlagen in Deutschland und einer mehr als 20-jährigen Erfahrung gehört Verbio zu den führenden Herstellern in der industriellen Produktion von Bioenergie, Biomethan und erneuerbaren Kraftstoffen. Das unterstreicht operative Stabilität und strategische Stärke in einem sich wandelnden Energiemarkt.
Umsetzung der RED III stärkt Marktpotenzial im Verkehrssegment
Die Beratungen zum GMG fallen zeitlich mit der ersten Lesung zur Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) im Deutschen Bundestag zusammen. Die RED III gilt als zentraler Hebel für die Marktstabilisierung und mehr Klimaschutz im Verkehrssegment. Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Betrugsprävention bei der THG-Quote – unter anderem durch den Wegfall der Doppelanrechenbarkeit von fortschrittlichen Biokraftstoffen und die Reformierung des Vertrauensschutzes.